Essen, 30.06.2026 – Maurice Simkins und Walter Daumann prägen bei Weiss+Appetito den digitalen Geschäftsbereich des Unternehmens, genauer gesagt die Marke we.digitize. Als Leiter der Digitalisierung verantwortet Maurice Simkins die Entwicklung und den Betrieb der technischen Systeme sowie die digitale Infrastruktur. Walter Daumann führt das Unternehmen we.digitze als Geschäftsführer und verbindet dabei die traditionsreiche Herkunft von Weiss+Appetito mit einem klaren Fokus auf moderne Technologien und innovative Lösungen. Gemeinsam arbeiten sie daran, neue digitale Geschäftsfelder innerhalb der Unternehmensgruppe aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Wie hängen Weiss+Appetito und we.digitize miteinander zusammen und wie entstand der Name we.digitize?
Walter Daumann: „Weiss+Appetito ist ein Schweizer Unternehmen mit langer Tradition. Das Unternehmen ist hauptsächlich auf Bau- und Baudienstleistungen spezialisiert und betreibt mittlerweile auch verschiedene Sparten, darunter auch eine Telekom-Abteilung, die Mobil- und Festnetze für große Netzbetreiber plant und baut. Durch diese Telekom-Sparte kam ich früher im Mobilfunkbereich immer wieder mit Weiss+Appetito in Kontakt. Als ich schließlich gefragt wurde, ob ich für die Telekom-Sparte arbeiten möchte, sagte ich, dass ich nicht nur Mobilfunk machen möchte und hinzu käme noch der der erforderliche Umzug in die Schweiz. Dann wurde ich gefragt, ob ich eine andere Idee hätte und gemeinsam mit Maurice entstand der Plan ein 2. Standbein zu schaffen, ein komplett neues digitales Geschäftsfeld– etwas im Bereich IoT und digitaler Lösungen. Es hieß dann nur: Bringt es zum Erfolg, dann könnt ihr es machen.“
Daumann und Simkins: „Angefangen mit ersten Projekten wie digitalen Stromzählern und später Elektromobilität, erkannten wir schnell, dass wir ein System entwickelt hatten, mit dem sich Geräte wie Ladestationen oder Heizlösungen komplett aus der Ferne steuern lassen.
In einem Workshop verdichteten wir all diese Ideen in eine gemeinsame Identität. Als uns klar wurde, dass wir im Kern digitalisieren, entstand der Name we.digitize – bewusst gestaltet wie ein Element aus einem Code, passend zu unserem digitalen Fokus. Auch das Logo spiegelt unsere Vision wider: Der dynamische Schweif steht für Innovation und Kreativität, die farbigen Kästchen symbolisieren die einzelnen Live-Produkte.“
Was beschreibt für Euch das Unternehmen am besten?
Maurice Simkins: „Traditionsunternehmen mit einer starken Basis, aber trotzdem mit offenem Mindset für innovative Produkte und Projekte.“
Walter Daumann: „Hier trifft sich Tradition und Innovation und das ist schon ein unschlagbares Paar.“

Was genau muss man sich unter Eurem Produkt LiveLocker vorstellen?
Maurice Simkins: „Der LiveLocker ist ein vollständig digitales Schließfachsystem, welches ohne Schlüssel oder Münzmechanismen funktioniert und über das Smartphone bedient wird. Nutzende können Fächer jederzeit öffnen, buchen oder im Voraus reservieren, was besonders an Orten mit hohem Besucheraufkommen wie Messen einen großen Vorteil bietet. Gleichzeitig dient der LiveLocker als flexible Technologieplattform, über die Betreibende ihre Anlage zentral steuern, konfigurieren, Öffnungszeiten festlegen oder Energiesparfunktionen aktivieren können.“
Was macht den LiveLocker so besonders?
Maurice Simkins: „Das System ermöglicht zusätzliche Funktionen wie Click and Collect, hier werden Gegenstände in einem Fach hinterlegt und digital zur Abholung freigegeben werden. Außerdem ist ein temporäres Öffnen möglich, ohne dass die Buchung zu beenden. Für Schulen, Vereine oder ähnliche Einrichtungen steht ein Group Lock zur Verfügung, bei dem alle Fächer gleichzeitig gesperrt werden können. Auch für Orte, an denen Smartphones während der Nutzung nicht einsetzbar sind, wie in Schwimmbädern, wurde eine Terminallösung mit Codeeingabe entwickelt.“
Für welche Situationen ist der LiveLocker ausgelegt?
Maurice Simkins: Der LiveLocker ist für Situationen konzipiert, in denen Gegenstände sicher verstaut oder flexibel übergeben werden müssen. Dazu gehören klassische Einsatzorte wie Fitnessstudios, in denen persönliche Dinge sicher eingeschlossen werden. Im Einzelhandel, etwa bei Bäckereien, ermöglicht das System “Click and‑ ‑Collect”-‑Prozesse: Bestellungen können vorbereitet, im Fach hinterlegt und auch nach Ladenschluss abgeholt werden. Für Umgebungen wie Schwimmbäder, in denen Smartphones während der Nutzung nicht eingesetzt werden können, steht eine Terminallösung mit Codeeingabe bereit.
Auf stark frequentierten Messen bietet der LiveLocker einen besonderen Vorteil: Schließfächer lassen sich im Voraus reservieren, und bereits gebuchte Fächer können kurzzeitig geöffnet werden, ohne die laufende Buchung zu beenden – ideal, um zwischendurch Flyer, Taschen oder Einkäufe zu verstauen. Darüber hinaus eignet sich das System auch für Flughäfen, wo Gegenstände sicher hinterlegt werden müssen, die nicht mit ins Flugzeug genommen werden dürfen. Durch verschiedene Fachgrößen, inklusive standardisierter Trolleymaße, deckt der LiveLocker eine Vielzahl moderner Nutzungsszenarien ab.

Ihr habt noch ein zweites Produkt auf dem Markt: Der LiveCharger – Was ist das?
Walter Daumann: „Der LiveCharger ist eine vollintegrierte Ladestation, die in eine flexible Stromschiene eingebettet wird und damit eine Lösung für eines der größten Probleme der Elektromobilität bietet, denn herkömmliche Ladeinfrastruktur ist oft teuer, unflexibel und schwer planbar. Die Stromschiene funktioniert wie ein vorkonfektioniertes Energiekabel und ermöglicht es Unternehmen Ladepunkte schnell zu erweitern oder anzupassen. Dadurch eignet sich der LiveCharger besonders für Kundinnen und Kunden, die nicht nur eine einzelne Station, sondern skalierbare Ladeflächen benötigen und noch nicht wissen, ob sie fünf oder zehn Ladeplätze einplanen müssen.
An welchen Standorten ist der LiveCharger bereits im Einsatz und wo lässt er sich überall installieren?
“Ein Beispiel ist der Duisburger Hafen (duisport), hier hat das Unternehmen mehrere unserer Ladepunkte aufgebaut.”
Walter Daumann: „Das System ist bereits in vielen europäischen Städten im Einsatz, darunter Standorte in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich. Ein Beispiel ist der Duisburger Hafen, hier hat das Unternehmen mehrere unserer Ladepunkte aufgebaut. Die Kosten einer einzelnen Station entsprechen marktüblichen Preisen, werden jedoch besonders effizient, sobald eine größere Anzahl installiert wird, da sich die Infrastruktur wie ein modulares System erweitern lässt. Die Stromschiene liefert nicht nur Energie, sondern auch Kommunikation, wodurch keine zusätzlichen LAN-Kabel oder SIM-Karten nötig werden. Neue Ladepunkte können jederzeit im laufenden Betrieb ergänzt werden, indem die vorhandene Schiene genutzt und lediglich die Haube ausgetauscht wird. LiveCharger ist zudem flexibel installierbar, ob freistehend oder an der Wand, und kann bei begrenzter Netzleistung durch ein Lastmanagementsystem unterstützt werden.“

Wie könnte die Zukunft vom LiveCharger aussehen?
Maurice Simkins: „Nachdem wir seit einigen Jahren erfolgreich mit unserer eigenen Single‑Station unterwegs sind, haben wir beschlossen, die Entwicklung einer Doppel‑Station anzugehen. Zusätzlich haben wir in den letzten Monaten erfolgreiche Pilotprojekte durchgeführt, bei denen wir DC‑Stationen direkt an bestehende Infrastruktur anbinden. Dazu nutzen wir eine Abgangsbox, die zwar nicht wie eine klassische Ladestation aussieht, aber als Verbindungspunkt dient. Von dort aus verkabeln wir zur DC‑Station, was den Kabelweg deutlich verkürzt und dadurch Kosten reduziert.“
In welchen Bereichen seht Ihr euch zukünftig?
Maurice Simkins: „Der zukünftige Entwicklungspfad liegt vor allem im Ausbau des LiveLockers und Security Bereichs. Gerade weil heute eine große Vielfalt an Gegenständen sicher verstaut werden muss, eröffnet sich ein breites Feld an neuen Anwendungen – allen voran im Bereich der Mikromobilität. Moderne E-Fahrräder verfügen über Akkus, die regelmäßig geladen werden müssen, wodurch sich zwei Bedürfnisse direkt miteinander verbinden lassen: sichere Aufbewahrung und Ladetechnik. Bereits jetzt sind die LiveLocker mit eigener Ladetechnologie ausgestattet, und dieselbe Kombination lässt sich auf Abstellplätze für E-Bikes oder andere Geräte übertragen – hier planen wir aktuell das neue Produkt LiveBiker.
“Bereits jetzt sind die LiveLocker mit eigener Ladetechnologie ausgestattet, und dieselbe Kombination lässt sich auf Abstellplätze für E-Bikes oder andere Geräte übertragen – hier planen wir aktuell das neue Produkt LiveBiker.”
Aus dieser Verknüpfung entstehen Synergien zwischen unterschiedlichen Nutzungsszenarien – etwa dem sicheren Verstauen von Wertgegenständen, der Ladeinfrastruktur für mobile Geräte oder der Kombination beider Funktionen in einem modularen System. Genau in diesen Schnittstellen zwischen Security, Ladetechnologie und digitaler Plattformlogik sieht das Unternehmen seine Zukunft: Lösungen, die weit über klassische Schließfächer hinausgehen und neue, hybride Einsatzfelder erschließen.“
